9 Tipps von zwei Brüdern, die durch Immobilien ein Millionenvermögen aufgebaut haben

By 30. August 2016 Allgemein No Comments
9 Tipps von zwei Brüdern, die durch Immobilien ein Millionenvermögen aufgebaut haben

9 Tipps von zwei Brüdern, die durch Immobilien ein Millionenvermögen aufgebaut haben

Als die amerikanischen Brüder Kelly und Chris Edwards 2002 ihr erstes Haus in Raleigh, North Carolina, kauften, hatten sie absolut keine Ahnung von Immobilien-Investments.

Die Zwillinge waren zu diesem Zeitpunkt Ende 20 und arbeiteten bei einer Bank. Dort analysierten sie unter anderem die Steuererklärungen ihrer Kunden und stellten fest: Die Menschen mit dem höchsten Reinvermögen besaßen Immobilien.

In dem Immobilienportfolio eines Klienten befanden sich gleich mehrere Einfamilienhäuser. Chris erinnert sich: „Ein Haus zwei Türen weiter von einem der Häuser des Klienten stand zum Verkauf. Wir dachten uns, ,Wir sind vielleicht nicht die cleversten Typen, aber wir können uns das selbst beibringen.‘“

Nachdem die beiden den Klienten um Rat gefragt hatten, erwarben sie das Haus für 88.000 Dollar (77.600 Euro) und begannen direkt mit den Renovierungsarbeiten. Viele der Arbeiten erledigten sie selbst. In den zwei darauffolgenden Jahren kauften sie vier oder fünf weitere Immobilien, lernten Bauunternehmer kennen und entwickelten nebenbei ein Geschäftssystem.

Heute besitzt ihr Unternehmen The Edwards CompaniesVermögenswerte von fast acht Millionen Dollar (7,1 Mio. Euro) und arbeitet über die Investmentsparte des Unternehmens, Edwards Capital Partners, auch mit privaten Investoren zusammen.

„Ich kann mich noch an eine Nacht erinnern, als ein Kumpel nach einer Bartour um 1:00 Uhr morgens bei unserem ersten Haus vorbeischaute“, erzählt Chris über ihre frühen Tage. „Kelly und ich waren gerade noch am Streichen. Der Freund arbeitete im Bankwesen und mein Bruder und ich sahen für andere Menschen wie die dümmsten Typen im Raum aus. Heute sehen wir aus wie die schlausten Typen im Raum. Es ist unglaublich, was zehn Jahre harte Arbeit bewirken können.“

Über die Jahre haben die beiden Brüder ein enormes Wissen über Immobilien-Investments angehäuft und geben nun neun Tipps für alle, die in das Geschäft einsteigen wollen.

Versteht die Investments als Geschäft, für das man planen muss

„Ob man das möchte oder nicht, sobald man in Immobilien investiert, handelt es sich dabei um ein Geschäft,“ erklärt Kelly. „Selbst wenn ihr nur ein Objekt kauft, wird es einen Teil eurer Lebenszeit in Anspruch nehmen. Ihr müsst es ernst nehmen und für die Zukunft planen.“

Bevor die Brüder 2001 ihren ersten Kauf tätigten, legten sie sich einen Aktionsplan für die nächsten Jahre zurecht, obwohl sie noch nicht viel über das Geschäft wussten. „Wir haben uns mit einer Kalkulationstabelle hingesetzt und planten die Zahl der Immobilien, die wir in dem Zeitraum erwerben wollten. Es war witzig: Fünf oder sechs Jahre später fand Chris einen Ausdruck der Tabelle in unseren Unterlagen, und wir besaßen beinahe exakt die Nummer an Objekten, die wir geplant hatten.“

Findet jemanden, der mehr über das Thema weiß als ihr

Als die Brüder sich dazu entschieden, in den Immobilienmarkt zu investieren, fuhren sie nach Raleigh, um einen ortsansässigen Investor zu treffen, der inzwischen mehr als 2.000 Häuser in der Region besitzt. Sie luden ihn zum Abendessen ein, und er nahm das Angebot an.

„Letztendlich arbeiteten wir zwei Jahre lang für ihn und lernten von ihm alles über Immobilien, vom Neubau bis zum Abriss,“ erklärt Chris. „Eines unserer Lieblingsbücher ist ,Rich Dad Poor Dad‘ und für uns ist er dieser Typ: der reiche Vater, wenn man so will. Wenn es ein Problem gibt, können wir ihn immer noch anrufen. Das war definitiv der wichtigste Teil, der zu unserem Erfolg beigetragen hat.“

Achtet auf die Einnahmen

Vor allem anderen achten die Edwards-Brüder darauf, dass die Zahlen stimmen.

„Was auch immer man im Internet liest, unser Mentor hat uns eine Sache beigebracht: Kauft, wo die Zahlen stimmen,“ erklärt Kelly. „Ihr kauft eine Immobilie für Kapitalzufluss aus Mieteinnahmen, nicht wegen der Spekulation ,Das wird über die nächsten zehn Jahre um sechs Prozent an Wert gewinnen.‘“

Als der Wohnungsmarkt 2008 zusammenbrach, kamen die Banker-Freunde der Brüder und fragten, ob alles in Ordnung sei. „Wir erzählten ihnen, solange der Kapitalzufluss funktioniert, ist uns der Markt völlig egal,“ sagt Kelly. „Wenn man Immobilien schnell wieder mit Gewinn abstoßen möchte, ist eine Wertsteigerung natürlich toll, aber wir als Immobilienverwalter müssen kaufen, wo die Zahlen stimmen.“

Investiert in euer Wissen

Kelly und Chris sind begeisterte Leser und empfehlen jedem, sich vor und während dem Investieren Wissen über die Branche anzueignen.

„Im Internet sind heutzutage so viele Informationen vorhanden,“ sagt Kelly, der Bücher las und mit erfahrenen Geschäftsmännern redete, anstatt irgendeinen Immobilienkurs zu besuchen. „Ihr werdet Bücher, Blogs, Kurse oder Gurus finden, ihr müsst nur anfangen zu lesen und zu lernen. Unsere Bücherregale sind überfüllt mich Büchern über Immobilien, von Trump bis Kiyosaki.“

Fangt an

 Allerdings wird all das angehäufte Wissen nichts helfen, sofern ihr euch nicht dazu entscheidet, es anzuwenden.

„Wir haben viele Kollegen und Freunde, die zu uns kommen und sagen, ,Ich würde das auch gerne machen, könnten wir uns vielleicht mal zusammensetzen?‘“ erklärt Chris. „Also setzen wir uns mit ihnen hin und ein Jahr später rufen sie uns wieder an und sagen, sie überlegen sich immer noch, ob sie investieren sollen. Schlussendlich kommen wir zu einem Punkt, an dem wir sagen, ,Lasst uns wissen, wenn ihr es ernst meint und Hilfe braucht.‘“

Findet eure Nische

Kelly erklärt, man sollte nicht versuchen, für jeden etwas anzubieten, wenn man beginnt: „Der Reichtum versteckt sich in der Nische.“

Als die Brüder mitbekamen, dass Raleigh in den Ranglisten der besten US-Städte fürs Leben und Arbeiten immer häufiger ganz vorne dabei war, fingen sie an, dort Grundstücke zu kaufen. Weil sie sich so gut auf dem lokalen Markt auskannten, konnten sie gute Nachbarschaften genau bestimmen und Objekte für neue Anwohner bauen. „Wir besitzen inzwischen ein großes Portfolio an Mietobjekten, die wir als Luxusmietobjekt einstufen,“ sagt Kelly. „Der durchschnittliche Kunde zahlt 1.200 Dollar (1.060 Euro) im Monat für etwa 75 Quadratmeter. Wir haben einen lukrativen Markt mit Mietern der Generation Y gefunden.“

Luxuriöses Wohnen für Millennials ist nicht die einzige Nische, die die Edwards-Brüder für sich entdeckt haben. Am anderen Ende des Spektrums sind sie auch in das Geschäft mit bezahlbarem Wohnraum eingestiegen, um ihr Angebot zu diversifizieren. Sie wandeln Objekte in Wohnheime für mehrere Parteien um und wurden kürzlich von lokalen Zweiggesellschaften für einfaches Wohnen kontaktiert, die weiterhin komfortables und gleichzeitig bezahlbares Wohnen in Kooperation mit den Edwards anbieten möchten.

Erwartet Probleme auf eurem Weg

„Ich sage gerne, ,Wenn ihr keine bedeutenden Probleme habt, macht ihr vermutlich nichts Bedeutendes,‘“ erzählt Kelly. „Es handelt sich um ein Geschäft, und man wird Probleme damit haben in der Zeit zwischen Kauf und Verkauf.“

Erwartet nicht, schnell reich zu werden

Wenn die Brüder über ihr Geschäftsmodell reden, verweisen sie häufig auf die Fabel „Die Schildkröte und der Hase“ des griechischen Dichters Äsop. Der schnelle Hase fordert die träge Schildkröte zu einem Rennen heraus, ruht sich dabei siegesgewiss während des Rennens aus und schläft ein. Die Schildkröte dagegen bewegt sich langsam und stetig ans Ziel und gewinnt.

Kelly erklärt: „Springt auf den Internet-Trend auf und es heißt, jeder ist wohlhabend und ihr werdet schnell reich. Aber das ist einfach nicht so. Die Fabel ist zwar kindisch, aber wir haben immer Bücher mit ihr in unseren Regalen stehen, die uns daran erinnern sollen, warum wir tun, was wir tun. Wenn ihr beginnt, seid euch im Klaren darüber, dass es kein Plan ist, mit dem ihr über Nacht reich werdet. Aber ihr habt die Chance, langsam reich zu werden.

Behaltet das Ziel im Auge

„Was ihr unbedingt verstehen müsst, ist, dass ihr euer Ziel im Auge behalten müsst,“ sagt Chris. „Es mag kitschig klingen, aber es ist etwas Wahres dran, dass man für sein eigenes Schicksal verantwortlich ist. Wenn man hart genug arbeitet und dran bleibt, kann man sein Leben so führen, wie man es möchte. Das ist keine Raketenwissenschaft — jeder, der einen Taschenrechner benutzen kann, kann es schaffen.“

 

Der Artikel erschien ursprünglich auf businessinsider.de

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